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[Rezension] Urs Wälterlin - "Weit weg im Outback"

Weit weg im Outback: Unser Leben in Australien - Urs Wälterlin


Von seinem Leben in Australien erzählt der Schweizer Korrespondent Urs Wälterlin in “Weit weg im Outback”.

Ganze 20 Jahre ist es her, dass Urs Wälterlin gemeinsam mit seiner Frau Christine nach down under ausgewandert ist. Erst waren ein oder zwei Jahre geplant, dann wurde ein Haus gebaut und schließlich ist der große und einzigartige Kontinent die neue Heimat geworden.

In 20 Jahren passiert sehr viel und so erzählt Urs Wälterlin hier kreuz und quer von seinen zahlreichen Erlebnissen in Australien. Er erzählt sowohl von der Rugbypolitik, dem Leben auf dem Land oder in der Stadt, von den Ureinwohnern, von der typischen australischen Lebensweise als auch von den vielen Gefahren und Klimaverhältnissen.

Meine bisherigen Kenntnisse über Australien waren zugegebenermaßen sehr beschränkt – so wusste ich nur, dass dort im Januar Hochsommer ist, dort Kängurus und Koalas leben und dass jedes Jahr tausende von Jugendlichen dort ein Jahr rumreisen – wie auch eine gute Freundin von mir. Von ihr habe ich auch viele Fotos von der einzigartigen Landschaft gesehen. Aber das reicht noch lange nicht, um dieses Land zu kennen.

So fand ich diese Lektüre wirklich sehr interessant. Urs Wälterlin erzählt vieles, was man hier in Europa nicht einmal erahnen würde. Auch ist nicht alles super und easy dort, wie mir meine Freundin weismachen wollte. Mich persönlich würden jetzt schon die vielen giftigen Schlangen oder Spinnen vollkommen abschrecken. Ich könnte keine ruhige Minute schlafen. Auch die Mentalität der Menschen finde ich so sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man das geordnete Leben aus Deutschland gewohnt ist. Umso mehr Respekt habe ich dafür für Urs Wälterlin und seine Frau, die es beide geschafft haben, sich nach der Auswanderung aus der Schweiz und Deutschland in einer so drastisch anderen Umgebung so den Lebensbedingungen dort anzupassen.

Da im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern der Lesezeichen-Reihe von Ullstein diesmal nicht nur ein ein-Jahr-Ausschnitt gezeigt wird, sondern eine enorme Zeitspanne von 20 Jahren, ist es nicht verwunderlich, dass der Autor hier von Handlung zu Handlung springt und wieder zurückspringt. Immer mal wieder fügt er Rückblicke oder auch kleinere Zukunftsandeutungen mit ein. Doch obwohl mich so etwas in allen anderen Büchern stören würde, fand ich es hier gar nicht mal so schlimm – denn die Erzählungen in sich wirken dann doch wieder schlüssig.

In “Weit weg im Outback” erwartet den Leser eine sehr bunte, aber dafür auch sehr vielfältige und hochinteressante Mischung von Fakten und Geschichten über das Leben und die Menschen in Australien.