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[Rezension] Kat Carlton - "Code Black"

Code Black  - Kat Carlton

Mit “Code Black” der amerikanischen Autorin Kat Carlton ist nicht nur ein weiterer Auftakt zu einer neuen Buchreihe erschienen, sondern auch ein neuer, spannender Jugendthriller, in der zur Abwechslung mal Geheimagenten und keine dystopischen Elemente im Vordergrund stehen.

Eines Tages bekommt die 16-Jährige Kari eine scheinbar harmlose SMS von ihrem Vater. Doch diese Nachricht ist tatsächlich ein Code dafür, die Schule sofort zu verlassen, ihren Bruder abzuholen und schnellstmöglich zu einem ihrer vereinbarten Treffpunkte zu kommen. Karis Eltern sind nämlich Agenten der CIA und jederzeit kann es passieren, dass sie flüchten müssen. Dies scheint auch hier der Fall zu sein – doch anders als üblich, erscheinen ihre Eltern bei keinem der Treffpunkte. Irgendetwas muss schief gelaufen sein und so ist Kari mit ihrem 7-jährigen Bruder ganz alleine auf sich gestellt.

IMG_5678Schon rein optisch ist dieser Jugendthriller ein echter Hingucker – ein Hardcover ohne den eher störenden Schutzumschlag, eine eckige Bindung und natürlich die beiden Kontrastfarben schwarz und pink. Der neonpinke Buchschnitt leuchtete mir als allererstes entgegen, als ich das Päckchen aufriss und ich war davon wirklich mitgerissen – wann hat ein Buch schon einen so leuchtend pinken Buchschnitt? Kurzum: der ivi-Verlag hat hier großartige Arbeit geleistet, vor allem im Vergleich zu dem eher langweiligen Originalcover.

Die Handlung an sich ist von der allerersten Seite an mitreißend, da die Autorin gleich loslegt mit der Geschichte und man sich auch sofort in die Protagonistin hineinversetzen kann. Der Handlungsverlauf entwickelt sich auch rasant schnell, ständig passiert etwas Neues, so wird es eigentlich nie langweilig, was auch wohl der Grund dafür ist, dass ich dieses Buch in einem Zug durchgelesen hatte – man kann einfach nicht mittendrin aufhören.

Allerdings ist hier durchaus ersichtlich, dass es sich um ein klares Jugendbuch handelt. “Code Black” ist deutlich weniger brutal als sonstige Jugendbücher, wie beispielsweiseDie Tribute von Panem oder vergleichbare Romane. Spannung ist zwar vorhanden, aber nicht auf eine solche Art und Weise, dass man Schwierigkeiten beim Einschlafen hätte. Was mich aber an diesem Werk gestört hat, ist das immer wieder dazwischen eingeschobene Verknalltheitsgejammer der Protagonistin. Während sie auf der einen Seite um das Leben ihrer Familie bangt, denkt sie auf der anderen Seite in der nächsten Sekunde darüber nach, was ihr Schwarm von ihr denkt. Mir schien das ein wenig zu teeniehaft und – bei all den anderen Leistungen, die Kari vollbringt – auch deutlich zu übertrieben und naiv. Wahrscheinlich wollte Carlton ihrer Geschichte unbedingt eine Liebesgeschichte hinzufügen, was auch vollkommen in Ordnung wäre, wäre diese nicht so gezwungen und übertrieben pubertär beschrieben.

“Code Black” ist auf jeden Fall ein lesenswerter, leichter und kurzweiliger Jugendthriller, den ich allen empfehlen kann, die keine dystopischen Bücher mehr lesen möchten. Man sollte aber keinesfalls anspruchsvolle Action erwarten, denn dieses Buch eignet sich eher für die Jüngeren unter den jugendlichen Lesern.