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[Rezension] Susanne Vehlow - "Manche mögen Reis"

Manche mögen Reis: Skurriles aus dem Reich der Mitte - Susanne Vehlow

Mit dem neuesten Band aus der Lesezeichen-Reihe des Ullstein Verlags geht es nach China – in “Manche mögen Reis” erzählt Susanne Vehlow von ihren Erlebnissen.

Gemeinsam mit ihrem Mann Marc und den gemeinsamen Kindern, Jonas und Johanna, wagt sie den Traum vieler – alles aufgeben und für längere Zeit ins Ausland ziehen. So verlässt die Familie Berlin und zieht für zwei Jahre nach Schanghai. Dort unterrichten Susanne und Marc an der deutschen Schule und die Kinder besuchen selbstverständlich auch diese Schule. Die Unterschiede zwischen Deutschland und China sind gewaltig – in allen Aspekten. Lebensweise, Wetter, Infrastruktur & Verhalten.

Was mir hier gleich anfangs sehr negativ aufgefallen ist, ist das Verhalten der Protagonistin bzw. der Autorin. Sie zieht mit ihrer Familie in ein ihr vollkommen unbekanntes Land, die Sitten und auch die Sprache sind ihr in keinster Form auch nur annähernd bekannt – und sie bereitet sich absolut nicht darauf vor. Sowie ich es verstanden hatte, hat Susanne Vehlow nicht einmal einen Blick in einen Reiseführer geworfen und sich auch nicht die Mühe gemacht die grundlegenden Begriffe/Sätze auf chinesisch zu lernen. So ist es auch kein Wunder, dass sie dann auf einmal völlig ratlos in einer überfüllten Flughalle steht, mit ihren Kindern, und ganz überrascht davon ist, dass sie keiner auf englisch versteht und sie auch natürlich keine chinesischen Schriftzeichen lesen kann. Mag sein, dass ich hierbei überreagiere, aber für mich ist es selbstverständlich, sich über ein Land wenigstens etwas zu informieren, wenn ich weiß, dass ich in diesem über einen längeren Zeitraum hinweg leben werde (zudem noch mit Kindern). Sogar für einen einwöchigen Urlaub informiere ich mich mehr, als Susanne Vehlow es tat. Leider ist mir das Verhalten und die Einstellung der Protagonistin/Autorin auch im weiteren Handlungsverlauf immer wieder negativ aufgefallen.

Dafür fand ich den Inhalt ihrer Erzählungen und die vielen Erlebnisse in China sehr interessant. Ich war selbst noch nie dort und wusste bis dahin auch nicht übermäßig viel über das Land, obwohl ich einige Monate lang einen chinesischen Sprachkurs besucht hatte. Der Untertitel des Buches, “Skurriles aus dem Reich der Mitte”, passt dabei haargenau – so einige Anekdoten musste ich tatsächlich zweimal durchlesen, weil ich nicht glauben konnte, dass das so stimmen sollte. Es ist nun mal ein wenig unfassbar, welche krassen Unterschiede zwischen Europa und Asien bzw. Deutschland und China herrschen können, gerade wo China angeblich so modern sein soll. Zumal war dies meine bisherige Auffassung vom Image des Landes.

Was mir richtig gut gefallen hat: man bekommt nicht nur einen Einblick in das Leben in Schanghai, sondern auch in viele andere Lebens- und Verhaltensweisen, Kulturen und Länder. Die Vehlow-Familie reist nämlich gerne und viel und so besuchen wir neben Schanghai auch Peking, das australische Sydney, Indonesien, Kambodscha, die Philippinen und noch einiges mehr. Wer sich also generell für Asien interessiert, bekommt hier einen breiten Einblick.

Leider enttäuscht die Handlung selbst drumherum eher, da sie relativ sprunghaft aufgebaut ist und mich als Leser eher gestört als unterhalten hat. Dafür bietet “Manche mögen Reis” aber einen definitiv interessanten und vor allem vielseitigen Einblick in das Leben als europäischer Expat in China und generell in viele asiatische Bräuche und Kulturen. Für einen ersten breiten Überblick über China reicht es allemal.

Quelle: http://primeballerina.wordpress.com/2014/07/03/rezension-susanne-vehlow-manche-mogen-reis/#comment-1231