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[Rezension] Rowan Coleman - "Einfach unvergesslich"

Einfach unvergesslich: Roman - Rowan Coleman

Bei Rowan Colemans Roman “Einfach unvergesslich” stimmt der Titel absolut, ist dieses Buch für mich persönlich tatsächlich unvergesslich.

Dafür vergisst Claire leider immer mehr – welches der vielen Häuser in der Straße das ihre ist, wie ihre eigene Tochter heißt und wer eigentlich Greg, der einzige Mann im Haus, ist.

Claire leidet an frühmanifester AD, Alzheimer-Demenz. Um sich möglichst lange an die wichtigsten Momente in ihrem bisherigen Leben erinnern zu können, schreibt sie die Geschichten, die ihr noch im Gedächtnis sind, in ein Erinnerungsbuch. Auch ihre Familie hält hin und wieder ihre Erinnerungen an Momente mit ihrer Mutter, Frau, Tochter in diesem Buch fest. Doch trotz Claires schwerwiegender Diagnose geht das Leben weiter und so gilt es, sich den ein oder anderen Hürden im Leben weiterhin zu stellen.

Als allererstes muss ich auf die wunderschöne Gestaltung des Romans eingehen – das minimalistische Cover ist mir tatsächlich sofort sehr positiv aufgefallen. Eigentlich schwarz-weiß gehalten und die knallorangen Punkte stechen hervor. Dazu leisteten mir immer mal wieder kleine Marienkäfer auf den Seiten beim Lesen Gesellschaft. Für meinen Geschmack harmoniert die Optik mit dem Inhalt der Handlung wirklich perfekt!

Da ich zur im Roman behandelten Krankheit einen sehr persönlichen Bezug habe, gerade im Hinblick darauf, dass Alzheimer-Demenz auch in manchen Fällen genetisch vererbbar ist, hatte ich vor und am Anfang der Lektüre Bedenken, dass mir die Handlung zu nahe gehen würde oder auch einfach zu “schwer” und bedrückend sein würde. Doch im Rückblick muss ich sagen, dass die Handlung sehr von den vielen Auszügen aus Claires Erinnerungsbuch profitiert. Dadurch bekommt man als Leser Rückblicke in Claires Vergangenheit und damit auch in lustige und romantische Momente. Auch konzentriert sich die Handlung nicht ausschließlich auf Claire und ihre Krankheit oder den Umgang damit, sondern auch auf die Gefühle und das Leben der Menschen in Claires Umfeld. Somit war für mich tatsächlich immer ein angenehmes Gleichgewicht in der Handlung erhalten, so dass mir der Roman zu keinem Zeitpunkt zu bedrückend gewesen wäre.

Vom Schreibstil her hat mich Colemans Roman sogar ein wenig an die Romane meiner Lieblingsautorin Jodi Picoult erinnert – wer ihre Bücher also auch gerne liest, bekommt hier also eventuell eine neue Lieblingsautorin. Überhaupt haben mir der Schreibstil der Autorin sowie ihre Charaktere und die Handlungsentwicklung unheimlich gut gefallen. Ich mag abwechselnde Perspektiven in Büchern sehr, die Rückblicke haben zu einer vielseitigen Handlung beigetragen und die Charaktere sind alle irgendwo sympathisch und liebenswert – man kann einfach mit jedem einzelnen mitfühlen, mitlachen und mag jeden gern. Gerade die Krankheit, den Umgang damit – sowohl von der kranken Person selbst als auch den Angehörigen, fand ich sehr treffend, realistisch und nachvollziehbar beschrieben.

“Einfach unvergesslich” ist ein berührender, sehr lesenswerter und interessanter Roman, deren Geschichte in der Tat unvergesslich ist. Eine nicht allzu bedrückende, sondern abwechslungsreiche Handlung zeigt auf nur wenigen Seiten weshalb Erinnerungen so wichtig sind und was wirklich im Leben zählt. Für mich ein ganz besonderes Buch, das ich wirklich jedem Einzelnen voll und ganz empfehlen kann.

Quelle: http://primeballerina.wordpress.com/2014/08/11/rezension-rowan-coleman-einfach-unvergesslich